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Welche Versicherungen brauchen Soldaten wirklich?

Fair Beraten Redaktion
Welche Versicherungen brauchen Soldaten wirklich?

Als Soldat brauchst du während der Dienstzeit keine eigene Krankenversicherung, weil die Bundeswehr deine medizinische Versorgung übernimmt. Verpflichtend ist dagegen die Pflegepflichtversicherung. Dazu kommen drei Verträge, die für fast jeden Soldaten sinnvoll sind: eine Anwartschaft für die Zeit nach dem Dienst, eine Diensthaftpflicht zusammen mit der privaten Haftpflicht und eine Absicherung der Arbeitskraft mit Dienstunfähigkeitsklausel.

Wie wichtig die einzelnen Bausteine sind, hängt von deinem Status ab. Wer freiwillig Wehrdienst leistet, hat andere Lücken als ein Soldat auf Zeit mit zwölf Jahren Verpflichtung oder ein Berufssoldat. Deshalb lohnt es sich, die Themen einzeln durchzugehen.

Warum die Absicherung von Soldaten anders aussieht

Soldaten stehen in einem Dienstverhältnis zum Bund und nicht in einem normalen Arbeitsverhältnis. Daraus ergeben sich Besonderheiten. Du zahlst keine Beiträge in die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung, bekommst dafür die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung und je nach Status eine Versorgung durch den Dienstherrn. Das klingt nach Rundumschutz, hat aber Grenzen: Die Versorgung endet mit der Dienstzeit, sie greift nicht in jedem Fall von Dienstunfähigkeit, und für Schäden im Dienst kannst du unter Umständen persönlich haften.

Viele Standardverträge passen deshalb nicht ohne Weiteres. Eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung kennt den Begriff Dienstunfähigkeit nicht, und manche Bedingungen schließen Einsätze im Ausland aus. Bei Soldaten kommt es mehr als sonst auf das Kleingedruckte an.

Pflegepflichtversicherung: die einzige echte Pflicht

Die truppenärztliche Versorgung deckt Krankheit ab, aber keine Pflegebedürftigkeit. Weil in Deutschland jeder eine Pflegeversicherung haben muss, schließt du als Soldat eine Pflegepflichtversicherung ab. Den Nachweis verlangt der Dienstherr in der Regel kurz nach Dienstantritt.

Der Beitrag ist überschaubar, die Leistungen sind gesetzlich vorgegeben und bei allen Anbietern gleich. Unterschiede gibt es bei dem, was du mit dem Vertrag verbindest. Sinnvoll ist es, die Pflegepflichtversicherung dort abzuschließen, wo du auch deine Anwartschaft führst. Dann hast du einen Ansprechpartner und später keinen Anbieterwechsel.

Anwartschaft: die Tür zur Krankenversicherung offen halten

Solange du dienst, spielt dein Gesundheitszustand für die Versorgung keine Rolle. Nach dem Dienst ändert sich das. Berufssoldaten erhalten im Ruhestand Beihilfe und brauchen für den Rest eine private Krankenversicherung. Soldaten auf Zeit müssen sich nach dem Dienstende ebenfalls neu versichern, gesetzlich oder privat, je nachdem, wie es beruflich weitergeht.

Eine private Krankenversicherung prüft beim Eintritt deine Gesundheit. Wer in der Dienstzeit eine Verletzung oder eine chronische Erkrankung dazubekommen hat, zahlt dann Zuschläge oder wird abgelehnt. Die Anwartschaft verhindert das. Du sicherst dir heute das Recht, später ohne neue Gesundheitsprüfung in einen festgelegten Tarif zu wechseln. Maßgeblich ist dein Gesundheitszustand bei Abschluss der Anwartschaft.

  • Kleine Anwartschaft: Sie sichert den Gesundheitszustand. Der spätere Beitrag richtet sich nach deinem Alter beim tatsächlichen Eintritt. Sie kostet wenig und reicht vielen Soldaten auf Zeit.
  • Große Anwartschaft: Sie sichert zusätzlich das Eintrittsalter, weil du schon Rückstellungen für das Alter aufbaust. Sie kostet deutlich mehr und ist vor allem für Berufssoldaten interessant, die sicher in der privaten Krankenversicherung landen.

Je früher du die Anwartschaft abschließt, desto besser. Mit Anfang zwanzig und ohne Vorerkrankungen bekommst du sie ohne Einschränkungen. Nach einer Knieverletzung im dritten Dienstjahr sieht das anders aus.

Diensthaftpflicht und private Haftpflicht

Für Schäden, die du im Dienst verursachst, haftet zunächst der Bund. Hast du vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt, kann der Dienstherr das Geld von dir zurückfordern. Grobe Fahrlässigkeit ist schneller erreicht, als viele denken: ein Dienstfahrzeug ohne Einweiser zurückgesetzt, Ausrüstung unbeaufsichtigt gelassen, einen Schlüssel verloren.

Die Diensthaftpflicht übernimmt solche Rückforderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. Achte darauf, dass auch das Abhandenkommen von Ausrüstung und der Verlust von Dienstschlüsseln mitversichert sind, denn genau das sind die häufigen Fälle. Die private Haftpflicht deckt dagegen dein Leben außerhalb des Dienstes ab. Beide Verträge lassen sich meist kombinieren, die Diensthaftpflicht ist dann ein Zusatzbaustein zur privaten Haftpflicht und kostet nur wenig Aufpreis.

Dienstunfähigkeit: die größte Lücke

Dienstunfähig bist du, wenn du wegen deines körperlichen oder gesundheitlichen Zustands deine Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst. Was dann passiert, hängt vom Status ab. Berufssoldaten werden in den Ruhestand versetzt und erhalten ein Ruhegehalt, dessen Höhe von den Dienstjahren abhängt. Nach wenigen Jahren fällt es entsprechend niedrig aus. Soldaten auf Zeit werden entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ein Ruhegehalt bekommen sie nicht.

Liegt eine Wehrdienstbeschädigung vor, also ein Gesundheitsschaden durch den Dienst, gibt es zusätzliche gesetzliche Leistungen. Die meisten Fälle von Dienstunfähigkeit entstehen aber durch Krankheiten oder Unfälle in der Freizeit, und dafür gelten diese Leistungen nicht.

Eine gewöhnliche Berufsunfähigkeitsversicherung hilft hier nur bedingt. Sie zahlt, wenn du deinen Beruf zu mindestens fünfzig Prozent nicht mehr ausüben kannst, und der Versicherer prüft das selbst. Es kann also sein, dass die Bundeswehr dich als dienstunfähig entlässt und der Versicherer trotzdem keine Berufsunfähigkeit anerkennt. Eine Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke. Bei einer echten Klausel gilt die Entlassung oder die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit als Leistungsfall, ohne dass der Versicherer noch einmal eigenständig prüft.

Die Klauseln unterscheiden sich stark. Manche gelten nur für eine begrenzte Zeit, andere nur für bestimmte Statusgruppen. Hier lohnt der genaue Vergleich der Bedingungen mehr als der Blick auf den Beitrag.

Auslandseinsatz: auf die Bedingungen achten

Viele Versicherungen enthalten eine Kriegsklausel. Sie schließt Schäden durch kriegerische Ereignisse ganz oder teilweise aus. Für Zivilisten ist das selten ein Thema, für Soldaten im Einsatz schon. Prüfe deshalb bei der Absicherung der Arbeitskraft, bei der Unfallversicherung und bei einer Risikolebensversicherung, ob Einsätze im Ausland mitversichert sind und unter welchen Bedingungen. Steht ein Einsatz schon fest, solltest du das vor dem Abschluss offen ansprechen.

Was warten kann

Wer die Pflicht und die drei großen Themen geregelt hat, ist gut aufgestellt. Andere Verträge haben Zeit oder hängen von deiner Lebenssituation ab. Eine Risikolebensversicherung wird wichtig, sobald Partner oder Kinder finanziell von dir abhängen oder ein Kredit läuft. Eine Hausratversicherung lohnt sich erst mit eigener Wohnung, in der Kaserne ist der Bedarf gering. Die Altersvorsorge ist vor allem für Soldaten auf Zeit ein Thema, weil die Nachversicherung in der gesetzlichen Rente allein keine große Rente ergibt.

In dieser Reihenfolge gehst du vor

  1. 1Pflegepflichtversicherung abschließen und dem Dienstherrn nachweisen.
  2. 2Anwartschaft sichern, solange du gesund bist.
  3. 3Private Haftpflicht mit Diensthaftpflicht kombinieren.
  4. 4Arbeitskraft mit echter Dienstunfähigkeitsklausel absichern und Einsatzbedingungen prüfen.
  5. 5Alles Weitere nach Lebenssituation ergänzen.

Als Versicherungsmakler vergleichen wir dafür die Bedingungen mehrerer Anbieter und sagen dir offen, welche Klausel zu deinem Status passt. Bestehende Verträge kannst du mitbringen, wir prüfen, ob sie für Soldaten taugen.

FAQ

Häufige Fragen zum Thema

Während der Dienstzeit nicht, denn die Bundeswehr übernimmt deine medizinische Versorgung. Verpflichtend ist aber eine Pflegepflichtversicherung. Für die Zeit nach dem Dienst empfiehlt sich eine Anwartschaft, damit du später ohne neue Gesundheitsprüfung in eine private Krankenversicherung wechseln kannst.

Über die Dienstunfähigkeit entscheidet der Dienstherr, über die Berufsunfähigkeit der Versicherer nach seinen eigenen Maßstäben. Beides kann auseinanderfallen. Eine echte Dienstunfähigkeitsklausel sorgt dafür, dass die Entlassung oder Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit als Leistungsfall gilt.

Verursachst du im Dienst grob fahrlässig einen Schaden, kann der Dienstherr dich in Regress nehmen. Die Diensthaftpflicht übernimmt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab. Wichtig ist, dass der Verlust von Ausrüstung und Dienstschlüsseln mitversichert ist.

Für viele Soldaten auf Zeit ja. Sie sichert den Gesundheitszustand und kostet wenig. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das Eintrittsalter und ist vor allem für Berufssoldaten sinnvoll, die im Ruhestand sicher eine private Krankenversicherung brauchen.

So kannst du uns erreichen

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